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Paella – traditionelle Geschichte Spaniens zum Schlemmen

Paella – traditionelle Geschichte Spaniens zum Schlemmen

In großer Runde, frisch aus der Pfanne gemeinsam gelöffelt, schmeckt sie am besten: die Paella, das klassische Gericht Valencias. Ursprünglich in Valencia entstanden, ist das Gericht mittlerweile fast zu einem Nationalgericht Spaniens mutiert. Salzig, wie die Luft vom Mittelmeer, würzig, wie der vollmundige Duft der heißen Sonne Spaniens und einzigartig individuell im Geschmack.

Interessantes rund um das Pfannengericht

Der Name Paella (abgeleitet vom lateinischen „patella“ für große Platte) bezeichnete ursprünglich nur die sehr große, runde Pfanne, in der das Gericht aus Reis, Safran, Kaninchen oder Huhn, Schnecken und Gemüse Platz fand. Seit dem neunzehnten Jahrhundert wird der Begriff Paella synonym sowohl für die Pfanne, als auch für das Gericht selbst, verwendet. In fast ganz Spanien kann Paella nach Lust und Laune geschlemmt werden, wobei sich nicht nur bei der Hauptzutat (Fleisch, Fisch und/oder Meeresfrüchte) Unterschiede zeigen, sondern auch bei dem verwendeten Gemüse und der persönlichen Verfeinerung. Abhängig ist das Gericht also nicht nur vom Gebiet (Landesinnere oder Küste), sondern auch von dem jeweiligen Geschmackssinn des Koches.

Die Gemeinsamkeiten der unterschiedlich zubereiteten Paellas

Reis aus Valencia: arroz bomba
Dieser spezielle Reis wird im Gebiet von Valencia angebaut und ist perfekt für die Paella geeignet. Denn: Bomba Reis verträgt viel Flüssigkeit, bleibt schön fest und wird nicht matschig.

Rühren, aber richtig
Sind alle Zutaten inklusive Reis in der Pfanne und einmal miteinander vorsichtig vermengt worden, gilt: Ab jetzt wird nicht mehr gerührt.

Original Zutaten und deren Variationen
Die ursprüngliche Paella diente der Resteverwertung und fand nur in den ärmeren Häusern ein Plätzchen am Tisch. Mittlerweile ist das Vergangenheit und so werden in der traditionellen Paella Valencia folgende Zutaten verwendet:

  • Bomba Reis,
  • jede Menge Olivenöl,
  • Hühnchen und Kaninchen,
  • grüne lange sowie dicke weiße Bohnen,
  • Tomaten,
  • Wasser,
  • Salz, Safran und Rosmarin sowie eventuell
  • gekochte Schnecken.

Demgegenüber stehen diverse weitere Paellas: Paella mit Meeresfrüchten (wie Tintenfischen, Muscheln und Garnelen). Gemischte Paella, bezogen auf die Vermengung von Fleisch und Meeresfrüchten – sehr vollmundig im Geschmack. Vegetarisch und/oder vegan wird die Paella mit Artischocken, Spargel, Champignons und Oliven. Außerdem können auch Chorizo, Schweinefleisch, Ente oder Hummer verwendet werden. Statt Wasser wird ebenso Hühner- beziehungsweise Gemüsebrühe oder Fischfond beigemengt. Oder: Bier beziehungsweise Wein.

Besonderes Feeling: im Freien kochen
Wie wäre es, wenn der Grill einmal kalt bleibt und stattdessen ein offenes Feuer (mit dem Holz von Pinien) entfacht wird. Darüber landet ein Dreifuß, auf dem die Pfanne platziert wird. Die Pfanne ist im Original aus Guss- oder Schmiedeeisen hergestellt. Stattdessen kann aber auch eine Pfanne aus Edelstahl oder mit Teflon beschichtet verwendet werden. Bei der Zubereitung sollte der Reis inklusive der anderen Zutaten nicht höher als vier Zentimeter in der Pfanne geschichtet werden. Deswegen: Je größer der Durchschnitt von der Pfanne, umso mehr Gäste können bewirtet werden.

Für die gemütliche Runde – so gelingt die Paella

Spanisches Flair für die Gartenparty im Freien? Dann überraschen Sie Ihre Familie und/oder Freunde mit selbst gemachter Paella. Das deftige Gericht gelingt relativ leicht und kann hervorragend variiert werden. Zur Zubereitung: Als erstes werden die Meeresfrüchte angebraten und einstweilen zur Seite gestellt. Das Fleisch wird – bevorzugt mit den Knochen – herzhaft angebraten, bis es eine schöne Farbe hat. Dazu gesellt sich das Gemüse, welches ebenfalls Röstaromen erhalten soll. Jetzt wird mit Salz und geräuchertem Paprikapulver gewürzt, bevor das Ganze mit heißem Wasser, in dem der Safran aufgelöst wurde, begossen wird. Nicht vergessen: Die Meeresfrüchte dazugeben und mit den anderen Zutaten ungefähr eine Stunde gemütlich köcheln lassen. Erst jetzt ist es Zeit für den Star: Der Reis wird in einem Kreuz – typisch spanisch – eingestreut und anschließend vorsichtig mit den anderen Zutaten vermengt. Die Flüssigkeit muss anschließend alle Zutaten gut bedecken. Je nach Bedarf wird die Hitze reduziert. Ab sofort nicht mehr rühren. Ist die Flüssigkeit vom Reis aufgesaugt worden, die Pfanne noch stehen lassen: Das sorgt für die Bildung der gewünschten, leckeren Kruste am Boden. Fängt der Reis zu knistern an, ist die selbstgemachte Paella fertig. Nun heißt es: Platz nehmen, Pfanne in die Mitte des Tisches platzieren, jede/r bekommt einen Löffel und gemeinsam schmecken lassen.

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